seltsame Entdeckung am Sylvesterabend

Fragen und Antworten rund um Landschildkröten und deren Haltung.
Antworten
Benutzeravatar
gunda
Beiträge: 4060
Registriert: 20.06.2006, 22:26
Wohnort: bei Hannover
Kontaktdaten:

seltsame Entdeckung am Sylvesterabend

Beitrag von gunda » 03.01.2009, 19:50

Hallo Forengemeinde,
ich habe am Sylvester eine eigenartige Entdeckung gemacht, die ich euch nicht vorenthalten möchte. Ich hatte seit September zwei Thb Eier zu Anschauungszwecken im Gewächshaus liegen. Sie stammten aus einem Drittgelege, das einige Wochen in der Erde verblieben ist, und das ich schließlich ausgebuddelt habe. Beim Durchleuchten sah ich kein Anzeichen einer Befruchtung, also legte ich sie achtlos in eine Ecke. Es schien mir logisch, dass bei den üblichen kühlen norddeutschen Herbsttemperaturen in den Eiern keine Entwicklung stattfinden würde. Bei dem starken Frost am Jahresende platzten die Eier. In beiden befand sich ein Embryo. Diese mussten sich offensichtlich während der relativ kühlen Monate September bis Dezember entwickelt haben. (!!!)
Ich habe es freigelegt und fotografiert. Vielleicht findet ihr es auch spannend, zu sehen, wie ein Thb-Embryo in diesem Stadium aussieht. Ich denke, bei künstlichen Brutbedingungen wäre es etwa 3-4 Wochen nach Brutbeginn so weit.
Natürlich macht mich der Gedanke daran, was aus ihnen hätte werden können, auch ein wenig traurig. Aber wer hätte das ahnen können?

Verwunderte Grüße,
Gunda
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Bild

Benutzeravatar
BeJuDo
Beiträge: 722
Registriert: 05.01.2007, 21:59
Wohnort: Erlangen

Beitrag von BeJuDo » 03.01.2009, 20:13

Liebe Gunda,

das ist aber schön, dass Du uns hier im Forum an Deiner verwunderten Silvesterentdeckung teilhaben lässt :icon_^^:
Stimme Dir zu, dass man bei dem Anblick der unzureichend entwickelten Testudo hermanni boettgeri-Embryos gleich ein klein wenig traurig wird, doch gleichzeitig sind dies natürlich unendlich faszinierende Bilder mit Einblicken in die Wunder der Natur, die man auf "natürlichem Wege" sonst sicher nicht hat ...

Wieder ein Beweis dafür, dass alles neue Leben tatsächlich ein Wunder der Natur ist und sich - wenn auch manchmal ungewöhnliche und vor allem unvorhersehbare - aber doch immer seine eigenen Wege bahnt!!!

Verwunderte (und faszinierte) Grüße zurück
von Doris

Benutzeravatar
Kröte
Beiträge: 12216
Registriert: 22.06.2006, 21:20

Beitrag von Kröte » 03.01.2009, 20:46

Hallo Gunda,

auch mich macht es ein wenig traurig, dass sich aus den Embryos keine gesunden SK entwickeln konnten
Ich hätte die Eier genauso achtlos wie Du beiseite gelegt, da auch ich keine Entwicklung (bei den Temperaturen) vermutet hätte.
Wahrscheinlich haben die Tagestemperaturen im September im Gewächshaus für eine
Entwicklung der Embryos aber doch ausgereicht.
Sehr tiefe Nachttemperaturen hatten wir in diesem Jahr im September ja noch nicht.
Meine Tiere haben im letzten Jahr (von mir unbemerkt) auch einige Gelege im Gewächshaus abgelegt, da ich die Stellen nicht kenne, bin ich auch nicht auf Eiersuche gegangen.
Die Vorstellung in einem Ei ein abgestorbenen Embryo o. vielleicht schon ein voll entwickeltes Tier aufzufinden, macht mir Probleme,
deshalb bin ich auch gar nicht neugierig ob eine Entwicklung bei diesen Eiern stattgefunden hat.


Gruß Kröte
Ich gebe hier meine persönliche Meinung u. Erfahrung weiter.
Da jeder Halter andere Bedingungen vorfindet, kann diese nicht als Patentrezept gesehen werden.

Benutzeravatar
Susi P.
Beiträge: 154
Registriert: 03.01.2009, 10:32
Arten: Testudo marginata und Geochleone elegans
Kontaktdaten:

Beitrag von Susi P. » 03.01.2009, 21:33

Hi Gunda,
das ist echt interessant bei welchen niedrigen Temperaturen sich die Schildkröteneier entwickeln.

Natürlich ist es schade um die Schildkröte aber man wäre nie auf die Idee gekommen das sich da noch was entwicklen würde.

Liebe Grüße
Susi
- Lebe deinen Traum -

Schaut mal unter:

http://www.schild-kroete.de/

Benutzeravatar
Kröte
Beiträge: 12216
Registriert: 22.06.2006, 21:20

Beitrag von Kröte » 03.01.2009, 21:55

Hallo,

so niedrig waren die Temperaturen im September im Gewächshaus sicher nicht.
Wenn dann die Eier noch etwas höher (nicht am Boden) gelegen haben, dürften die Tagestemperaturen ausreichen.
Ich hatte z. b. letzte Woche bei Sonnenschein 18 Grad im Gewächshaus, die Außentemperaturen lagen bei – 7,5 Grad.

Gruß
Ich gebe hier meine persönliche Meinung u. Erfahrung weiter.
Da jeder Halter andere Bedingungen vorfindet, kann diese nicht als Patentrezept gesehen werden.

Benutzeravatar
Freedom of Nature
Beiträge: 78
Registriert: 19.04.2008, 20:56
Wohnort: Niederösterreich

Beitrag von Freedom of Nature » 03.01.2009, 22:20

Ich selber habe schon des öfteren von ähnlichen Geschichten gehört. Ich denke mal das dies nicht so außergewöhnlich ist.
Mit schildkröterischen Grüßen

Chris

Der Mensch hat drei Wege, klug zu handeln. Erstens durch Nachdenken: Das ist der edelste. Zweitens durch Nachahmen: Das ist der leichteste. Drittens durch Erfahrung: Das ist der bitterste (Konfuzius)^

Wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist. (Siml)

Benutzeravatar
Christine1961
Panzerknipser
Panzerknipser
Beiträge: 1854
Registriert: 01.10.2008, 14:15
Arten: thh,thb,tm,kleinmanni, malacochersus tornieri
Wohnort: NÖ Triestingtal
Kontaktdaten:

Beitrag von Christine1961 » 03.01.2009, 23:07

Hallo Gunda!
Ich finde das sehr interessant und lehrreich. Wie unglaublich stark dieses Leben doch ist.
Das Foto ist dir sehr gut gelungen. Es war sicher ein Schock für dich und ich find`s super, dass du das trotzdem bildnerisch festgehalten hast.
lg
christine

Benutzeravatar
Tina75
Beiträge: 215
Registriert: 24.09.2008, 23:07
Wohnort: Saarland / Hochwald

Beitrag von Tina75 » 04.01.2009, 00:01

Hallo Gunda
Also ich persönlich finde die Aufnahme sehr interessant.
Es ist das erste mal das ich so etwas sehe und anfangs war ich ein wenig erschrocken.
Aber es hat mich einerseits auch fasziniert zu sehen , was sich im Innern des Eies, so abspielt.
LG Bettina

Benutzeravatar
gunda
Beiträge: 4060
Registriert: 20.06.2006, 22:26
Wohnort: bei Hannover
Kontaktdaten:

Beitrag von gunda » 04.01.2009, 11:32

Ja genau. Ich war zwischen Schreck und Faszination hin und hergerissen. Wie "Freedom of Nature" schreibt: Gehört hatte ich von solchen Geschichten auch schon. Aber wenn man es mit eigenen Augen sieht, ist es doch etwas anderes!

Hallo Kröte,
leider habe ich die Temperaturen nicht aufgeschrieben, weil ich ja mit den Eiern nichts mehr vorhatte. Auf jeden Fall waren sie so niedrig, dass sich einige Schlüpflinge im Gewächshaus schon für die Winterstarre eingegraben haben. Klar, auf dem Tisch, wo die Eier lagen, es etwas wärmer. Aber insgesamt war der Herbst hier ziemlich mies. Ich erinnere mich, dass es im GH nur selten über 20°C wurde, und das auch nur mit großen Unterbrechungen. Und das ist für mich das Faszinierende an der Sache:
Es hat eine Entwicklung bei Temperaturen stattgefunden, die weit unter den landläufig bekannten Bruttemperaturen liegen!
Grüße,
Gunda
Bild

jutta
Panzerknipser
Panzerknipser
Beiträge: 394
Registriert: 01.07.2006, 18:35

Beitrag von jutta » 04.01.2009, 11:55

Hallo!
Bei mir schlüpfte eine 4 Gramm schwere Testudo hermanni hermanni Anfang Oktober 4 Monate nach der Eiablage aus einem freiliegenden "entsorgten" Ei vor der Haustüre. Das 2. Tier fand ich voll entwickelt, aber tot.
Das geschlüpfte Tierchen war mickrig- zeigte sich aber nach vorsichtigem Aufwärmen munter.
Die ersten 8 Wochen verbrachten die Eier im Inkubator, nachdem die Geschwister geschlüpft waren, dich in diesen beiden Eiern keine Entwiclung zeigte, legte ich sie zum Austrocknen ins Frei.
Für mich war der Fund an diesem kalten, verregneten und stürmischen Morgen eine kaum zu glaubende Geschichte. Aber irgendwie hat es dann doch geklappt :icon_2thumbs:

Grüsse
Jutta
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.

Sporni-mädel
Beiträge: 1
Registriert: 05.01.2009, 18:10

Beitrag von Sporni-mädel » 05.01.2009, 20:11

Wauh... das ist wirklich toll.Danke für die tollen fotos... schade um die kleinen! :icon_angel:

Blumenhühnchen
Beiträge: 2
Registriert: 12.10.2018, 17:10

Re: seltsame Entdeckung am Sylvesterabend

Beitrag von Blumenhühnchen » 12.10.2018, 17:30

Bin zufällig auf diesen Beitrag gestoßen. Ich wollte eigentlich nicht züchten aber meine große SK hat heimlich Eier ins Gewächshaus gelegt. Vor einer Woche haben wir dann 2 lebende Schlüpflinge gefunden. Gestern habe ich dann noch 5 Eier entdeckt. Ich glaube zwar nicht das da noch etwas schlüpft, konnte sie aber auch nicht wegwerfen. Sie sind jetzt in unserem Brüter für die Hühnereier. Aber nachdem ich diesen Beitrag gelesen habe schöpfe ich doch noch ein kleines bisschen Hoffnung. Mein Problem ist wie sehe ich ob die kleine sk noch in der Entwicklung ist oder abgestorben ist?

Benutzeravatar
gunda
Beiträge: 4060
Registriert: 20.06.2006, 22:26
Wohnort: bei Hannover
Kontaktdaten:

Re: seltsame Entdeckung am Sylvesterabend

Beitrag von gunda » 13.10.2018, 10:56

Du kannst sie durchleuchten http://testudoland.npage.de/was-passiert-im-ei.html Wenn du einen Brüter für Hühnereier hast, hast du bestimmt auch eine Schierlampe.
Bild

Blumenhühnchen
Beiträge: 2
Registriert: 12.10.2018, 17:10

Re: seltsame Entdeckung am Sylvesterabend

Beitrag von Blumenhühnchen » 17.10.2018, 16:45

Ja. Ein Ei sieht aus wie Anfangsstatium. Die anderen vier sind gefüllt. Aber woher weiß ich ob sie noch in der Entwicklung sind oder vielleicht abgestorben?

Aness19588
Beiträge: 3
Registriert: 22.10.2018, 14:47
Arten: bmw

Re: seltsame Entdeckung am Sylvesterabend

Beitrag von Aness19588 » 10.12.2018, 09:21

alle neugierig, ob in diesen Eiern eine Entwicklung stattgefunden hat.

Antworten