falsche Eßgewohnheiten abgewöhnen

Fragen und Antworten rund um die Ernährung von Schildkröten.
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Kröte
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Re: falsche Eßgewohnheiten abgewöhnen

Beitrag von Kröte » 03.10.2015, 10:15

Hallo Rina,

welche OP, habe ich da was überlesen?

Gruß
Ich gebe hier meine persönliche Meinung u. Erfahrung weiter.
Da jeder Halter andere Bedingungen vorfindet, kann diese nicht als Patentrezept gesehen werden.

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gunda
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Re: falsche Eßgewohnheiten abgewöhnen

Beitrag von gunda » 03.10.2015, 11:33

rina1303 hat geschrieben: Er war keine drei Minuten draußen und hat gefressen!!!!!!!!!!!!!!! [icon_cheesygrin.gif] [icon_cheesygrin.gif]
Drei Paprikastreifen - freiwillig! Meine Güte, ich könnte in die Luft springen!
Toll!!!!! [icon_biggrin.gif]
Es ist nicht nur die Wärme sondern auch das Licht, welches eine Rolle spielt. Eine sehr gute Licht- und UV-Ausbeute hat die Osram Ultravitalux 300W. Man lässt sie ca. 30 Min. pro Tag brennen. Damit bekommt man mäkelige Schildkröten gut ans Futter.
LG
Gunda
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rina1303
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Re: falsche Eßgewohnheiten abgewöhnen

Beitrag von rina1303 » 03.12.2015, 11:11

Hallo zusammen!
Ich bin ja soooooo froh, dass ich mich nun endlich wieder hier anmelden konnte! Es gab leider ein paar Probleme. Hatte mein Passwort vergessen...lülülü....und leider habe ich keine Mail o.Ä. bekommen, als ich auf den Button geklickt habe!?! Aber egal. Mir is´mein Passwort heute wieder eingefallen :)

Es ist seit Oktober so unglaublich viel vorgefallen, mit Betonung auf Unglaublich! Davon will ich gerne nun erzählen:

Letzter Stand der Dinge war ja die wieder freiwillige Futteraufnahme, als das Tier draußen gewesen ist. Dies aber noch nicht kontinuierlich. Die Menge hatte noch nicht ausgereicht. Sodass Scotti (für den Namen haben sich die Kinder nun endgültig entschieden) trotzdem noch CriticalCare aus der Spritze in Form von "Zwangsernährung" zu sich nehmen musste.

Mittlerweile ging das Prozedere mit dem Füttern relativ gut, weil ich ja nun schon geübt bin.

Doch der lang geplante Familienurlaub näherte sich und wir würden zwei volle Wochen weg sein. Scotti konnte im Wochenwechsel bei Freundinnen untergebracht werden. Ich war sehr dankbar, dass sie sich diesen Patienten annehmen würden, denn er beansprucht ja viiiel Zeit und Pflegeaufwand. Und da finde ich die Ferienbehausung bei Freunden gar nicht selbstverständlich. Um den Freundinnen die Pflege zu vereinfachen, beschlossen wir nach Anraten/Beratung des Tierarztes Scotti eine Sondierung legen zu lassen. Er meinte das Tier sei dafür wieder kräftig genug und die Sonde könne zirka vier Wochen liegen bleiben....

an dieser Stelle verkürze ich die Schilderung ein wenig. Sonst wird das hier ein Buch....

Fakt ist, dass die Sonde nicht richtig gelegt wurde, sodass extrem viel Kraftaufwand nötig war, um die Nahrung über die Sonde zu geben.
Die wirklich sehr fürsorgliche Freundin, welche Scotti direkt zu Anfang und einen Tag nach der OP bei sich hatte, konnte folglich dem Tier die Nahrung nicht über die Sonde geben, ohne dafür extrem viel Kraft aufzuwenden. Sonst ging der Speisebrei nicht durch die lange dicke Sonde. Sie gab später die Nahrung schon ganz flüssig angerührt und mit sehr viel Zeit und in immer nur ganz kleinen Portionen (2ml). Drei Mal am Tag. Bei schönem Wetter setzte sie das Tier in ihren Garten und verlagerte Tätigkeiten wie bügeln(igitt) nach draußen, damit sie ihn im Auge behielt und er die Sonne genießen konnte. Doch er frass sehr schnell nicht mehr von alleine...

Als ich das Tier nach der OP vom Arzt holte und dieser mir zeigte wie ich damit umgehen soll, brauchte auch er schon einen ganz gehörigen Kraftaufwand, um die Nahrung durch den Schlauch zu bekommen. Er sagte mir aber, das sei mal so. Im Nachhinein ist man ja immer schlauer, aber was war das für eine fatale Aussage...

In der zweiten Woche kam dann der Schlagabtausch und Scotti wechselte seine Behausung. Als diese Freundin ihm Nahrung geben wollte, sah sie, dass die Nahrung an der Seite des Schlauches aus der Wunde austrat!!! Nach telefonischer Absprache mit uns, tat sie mir den riesen Gefallen und ist direkt zum Tierarzt gefahren. Sie war schon sehr früh in die Pflege von Scotti mit eingebunden, weil sie mir vorher schon beim füttern des Tieres geholfen hatte. Insbesondere in der Anfangszeit als der arme Kerl noch die Kokzidien hatte. So einigten wir uns sehr schnell, dass sie die Praxis definitiv nur ohne gelegte Sonde wieder verlässt!

Vor Ort berührte der Arzt den Schlauch dann nur einmal kurz und dieser fiel direkt raus. Das war es. Keine Wundversorgung - Nichts! Auf Nachfragen und großem Stutzen gab der Arzt die Info, dass es nun erstmal so bleiben soll und dass das Tier zwei Tage kein Futter bekommen soll und er hofft, dass nicht mehr passiert ist.
Zuhause angekommen tupfte meine Freundin die Wunde mit einem sauberen Lappen und abgekochtem Wasser wenigstens etwas sauber...dann vegingen die zwei Tage für Scotti ohne Nahrung. Zurück gezogen und wohl mit Schmerzen in einer Ecke. Unter besorgter Aufsicht meiner Freundin und mittlerweile ihrer ganzen Familie. Dann kehrten wir wieder Heim.

Samstag abends bei der Übergabe wurde uns natürlich über den Arztbesuch berichtet und wir lamentierten noch verwundert darüber, dass das Loch einfach offen gelassen wurde. Ob das bei Reptilien anders sei? Aber die Wunde müsse doch wenigstens versorgt werden, und, und.....
ich wußte es zu diesem Zeitpunkt nicht besser.

Dann kam der Sonntag und Scotti kam das erste Mal wieder aus seiner Ecke heraus. Sehr schwach und langsam, aber er kam. Der arme.
Ich brachte ihm viele leckere Sachen wie Löwenzahn und Fetthenne aus dem Garten – heute durfte er ja wieder essen, wenn er es denn versuchen würde. Er versuchte es nicht.
Nun schaltete ich eine weitere neue Lampe hinzu ( die Osram Vitralux. Liebe Gunda, danke für den Tipp!!!).
Da hat man gesehen, was das richtige Licht ausmacht und/oder mit bewirkt. Es dauerte keine drei Sekunden und das Tier frass! Und wie!!! Ich glaube ich hatte Weihnachten und Ostern zusammen. Wir waren außer uns und zückten sogar das Handy, um den beiden besagten Freundinnen davon Fotos zu senden! Ich glaube ich habe mich noch nie so gefreut, ein Tier fressen zu sehen.

Doch dann! Was war das?! Scotti sah aus als würde er etwas hoch würgen und erbrechen wollen ...oder als bekäme er keine Luft! Er quälte sich schrecklich und verzog sich sofort wieder in seinem Versteck. Aus seiner Wunde lief...ja, ich konnte es nicht recht ausmachen.War es Futter? War es Eiter oder beides? Es stank auch sehr.
Ich fuhr sofort mit ihm zum Tierarzt. Zu einem anderen.

Dort dann die Bestätigung: natürlich hätte die Wunde verschlossen und gereinigt werden müssen. Dies ging nun aber nur noch unter Narkose. So blieb das Tier da und hatte erneut eine OP vor sich. Ja, noch schlimmer: er war nun noch kranker als zu Beginn mit dem Kokzidienbefall. Alleine im Auto auf dem Rückweg lief mir eine Träne über die Wange.

Gerade zu Hause angekommen klingelte schon das Telefon. Der Tierarzt. Es sei schlimmer als man es vermutet habe. Die OP musste erstmal abgebrochen werden. Als eine Koagel entfernt werden sollte, verlor das Tier viel Blut, denn dieser Klumpen haftete fest an einer Arterie. Die Nahrung ist dem Tier in den Bauchraum gelaufen, weil die Sonde nicht richtig gelegen hat. Er hat die Nahrung sogar unter der Haut sitzen. Und Scotti hat ein Loch in der Speiseröhre. Es wurde abgewartet und beobachtet wie unser Tier die Nacht übersteht, sonst muss man ihn von seinen Qualen befreien.

Was musste das Tier leiden? Und ich fragte mich, was der kleine Kerl noch alles mitmachen sollte. Entsetzlich.

Am nächsten Morgen dann das Gespräch vor Ort mit dem Tierarzt. Ein sehr gutes. Zur Überraschung der Ärzte (wir waren nun in einer Tierklinik, die eben auch für Reptilien geschult ist) war Scotti "munterer", als man das erwartet hatte! Irgendwie ein kleines Wunder. Eins mit noch offenem Ende. Es gab nun zwei Methoden der Operationen die wir besprachen. Alles unter der Premisse, wenn man während der OP merkt, das Tier baut wieder ab o.Ä. wird man es erlösen....

ich fasse auch an dieser Stelle ein wenig zusammen:

Die OP ist nun fast fünf Wochen her. Nächste Woche bekommt Scotti die Fäden gezogen!! Und was an dieser Stelle auf keinen Fall zu kurz kommen darf: ich bin begeistert von diesem Arzt! Manchmal hatte man schon fast das Gefühl, er hätte Scotti gerne bei sich behalten! Für immer :D Der Mann läuft durch seine Klinik und man hat das Gefühl, dass er genau das schon immer machen wollte - kranken Tieren helfen! Aber das hier in Einzelheiten zu erläutern sprengt wohl wirklich den Rahmen! ;)

Unser Tier erholt sich nach und nach. Ganz schöne Kämpfer, die Schildkröten!!!

Bis vor zwei Wochen konnte er noch gar nicht alleine Fressen. Bekam natürlich aber immer etwas frisches angeboten. Die ersten zwei Wochen nach der OP gab es nur CritcalCare in flüssiger Form. Ich habe noch immer Sepiaschale mit reingerieben und BeneBac. ist ja dann auch flüssig! Dann fraß Scotti auch die ersten Happen wieder von alleine. Und geht auch wieder selbst auf die Suche. Allerdings nur mini, mini, klizteklein geschnittene und dünne Happen. Mit dem Sparschäler habe ich Scheiben zum durchpusten dünn z. B. von der Zuccini abgeschält und in 1mm kleine Stücke geschnitten. Anders hätte das Tier wieder gewürgt und nach Luft gerungen.

Seit vier Tagen kann man die Löwenzahnblätter und Co wieder am Stück zu essen geben...auch beim Zufüttern mit der Spritze ist das Tier wieder kräftiger und wehriger. Noch wird der kleine Kerl mind. 2x am Tag á 20 Minuten gebadet. Da er noch in seiner "Krankenstation" auf Tüchern lebt und die Wunde nicht mir Erde in Berührung kommen darf. Aber ab nächste Woche bekommt er dann wieder die gute Erde aus dem Garten (Danke Maulwurf!) und darf sich richtig einbuddeln! Auch muss ein Auge 2x täglich gesalbt werden, da bei der letzten OP in Mitleidenschaft gezogen.

Den Winterschlaf kann er ja leider nicht mehr machen, aber wenn er wüsste dass es im Frühjahr für immer nach draußen geht..... ich freue mich sehr auf diesen Tag!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

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Re: falsche Eßgewohnheiten abgewöhnen

Beitrag von Krabbel » 03.12.2015, 14:22

Hallo Rina,

ich hatte Tränen un den Augen, beim Lesen des Berichtes.
Manchen Ärzten sollte man wirklich die Approbation entziehen. Ich bin auch mal an so einen geraten. Meine Schildkröte hat es letztendlich nicht überlebt.

Ich wünsche dir alles Glück der Erde für dein Tier.
Liebe Grüße von

Gabi

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Re: falsche Eßgewohnheiten abgewöhnen

Beitrag von gunda » 03.12.2015, 16:49

Hallo Rina,
danke für deinen Bericht.
Mir ist immer noch nicht ganz klar, von welcher OP die Rede ist.
Es tut mir sehr leid für das arme Tier. Es ist eine von vielen Geschichten, in denen eine Schildkröte durch eine 1. überflüssige und 2. falsche tierärztliche Behandlung erst richtig krank wurde. Meiner Meinung nach wäre überhaupt keine künstliche Ernährung notwendig gewesen. Das ist kein Vorwurf an dich. Du hast alles Menschenmögliche getan.
Liebe Grüße und gute Besserung
Gunda
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Re: falsche Eßgewohnheiten abgewöhnen

Beitrag von rina1303 » 03.12.2015, 18:10

Hallo, liebe Gabi!

Oh, nein. Das tut mir wirklich sehr leid um Dein Tier!!!
Vielen lieben Dank für Deine guten Wünsche und Dein Mitgefühl!

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Re: falsche Eßgewohnheiten abgewöhnen

Beitrag von rina1303 » 03.12.2015, 18:17

Liebe Gunda,

die erste OP war die Sondierung. Die ja dazu gedacht war, den pflegenden Helfern in der Ferienzeit den Aufwand zu erleichtern. Die zweite OP war dann die Wundversorgung unter Narkose bei dem neuen Arzt. Und die dritte (und hoffentlich letzte!), war die OP an der Speiseröhre. Liebe Grüße!

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Re: falsche Eßgewohnheiten abgewöhnen

Beitrag von rina1303 » 03.12.2015, 18:47

...ich hatte ja mal gesagt, dass ich Bilder einstelle. Ein ganz aktuelles habe ich gerade nicht griffbereit, aber eins mit der Sondierung.

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Re: falsche Eßgewohnheiten abgewöhnen

Beitrag von rina1303 » 03.12.2015, 18:49

Oh, Hat nicht geklappt. Ist wohl zu groß. Ups :)

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Re: falsche Eßgewohnheiten abgewöhnen

Beitrag von rina1303 » 03.12.2015, 18:52

Scotti
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Re: falsche Eßgewohnheiten abgewöhnen

Beitrag von Cassi » 04.12.2015, 21:54

Hallo Rina,

das hört sich ja alles ganz furchtbar an. Gott sei Dank bist Du beim zweiten Tierarzt offensichtlich an jemanden geraten, der sich auskennt und dem armen Kerlchen helfen konnte.
Ich hoffe und wünsche Euch, dass der Krötenmann wieder ganz gesund wird und ab nächstem Jahr dann ein schönes Leben bei Euch im Garten führen darf. So wie es im Moment aussieht, stehen die Chancen dafür ja gut.
Nochmal vielen Dank für Deinen Enthusiasmus und berichte bitte mal weiter.

LG
Dani
Der Mensch sollte sich nie schämen zuzugeben, dass er Unrecht hatte.
Damit drückt er - in anderen Worten- nur aus, dass er heute klüger ist als gestern.
A. Pope (1688-1744)

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Re: falsche Eßgewohnheiten abgewöhnen

Beitrag von Kröte » 09.12.2015, 11:38

Hallo Rina,

irgendwie blicke ich nicht ganz durch.
Dem Tier wurde eine Sonde gelegt, damit es die Urlaubspflege leichter hat?
Ich will Dir keinen Vorwurf machen, aber wäre es nicht sinnvoller gewesen das Tier in erfahrene Hände (bei einem schildkrötenerfahren Tierarzt z. b. ) unterzubringen?

Gruß
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